{"id":9,"date":"2019-02-21T09:32:36","date_gmt":"2019-02-21T09:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/pp-relaunch.arnold-bittlinger.ch\/?page_id=9"},"modified":"2025-04-18T14:04:52","modified_gmt":"2025-04-18T14:04:52","slug":"lebenslauf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/arnold-bittlinger.ch\/index.php\/lebenslauf\/","title":{"rendered":"Lebenslauf"},"content":{"rendered":"\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jugendzeit<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Arnold Georg Bittlinger wurde am 13. Juni 1928 als Sohn des Landesjugendpfarrers Georg Bittlinger und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Jung, in Edenkoben\/Pfalz geboren. Sein Vater war Els\u00e4sser, seine Mutter stammte aus einem pf\u00e4lzischen Weingut. Ein pr\u00e4gendes Kindheitserlebnis war f\u00fcr den 9-j\u00e4hrigen Arnold der miterlebte t\u00f6dliche Unfall seines 11-j\u00e4hrigen Bruders Karl.<\/p>\r\n<p>Nach Besuch der Volks- und Oberschule Edenkoben und des Humanistischen Gymnasiums Neustadt a.\u2009d. Weinstrasse bestand er 1948 das Abitur.<\/p>\r\n<p>W\u00e4hrend der Zeit, in der die Schulen infolge der Nachkriegswirren geschlossen waren, absolvierte er von April bis Oktober 1945 ein Weinbaupraktikum im grosselterlichen Weingut in Ebernburg an der Nahe und leitete in Ebernburg den von ihm gegr\u00fcndeten Kirchenchor. Nach Edenkoben zur\u00fcckgekehrt, baute er in seiner Heimatstadt die evangelische Jugendarbeit neu auf, die w\u00e4hrend des Dritten Reiches zum Erliegen gekommen war.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studium<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Von 1948 bis 1952 studierte Arnold Bittlinger Theologie in Mainz, Aix-en-Provence, Bethel und Heidelberg. Er besuchte ausserdem psychologische und kunstgeschichtliche Vorlesungen und Seminare und war aktiv in der christlichen Studentenarbeit t\u00e4tig. 1952 bestand er das theologische Examen. Im Fr\u00fchjahr 1969 besuchte er das orthodoxe Seminar in Bossey und Paris und schloss mit dem \u00adDiplom des Oekumenischen Instituts des Weltkirchenrats in Bossey, GE, ab, wo er bei Joseph Ratzinger, dem sp\u00e4teren Benedikt XVI., studiert hat und 1969\/70 Assistent des griechisch-orthodoxen Religionsphilosophie-Professors Nikos Nissiotis war.<\/p>\r\n<p>1971 wurde Arnold Bittlinger \u00abFellow\u00bb des Instituts f\u00fcr Oekumenische und Kulturelle Forschung in Collegeville, Minnesota und Mitglied des Lehrk\u00f6rpers (\u00abFaculty-Member\u00bb) der St. Johns University, Collegeville. Im Studienjahr 1971\/72 weilte er mit seiner Familie in Collegeville und studierte neben seiner Forschungst\u00e4tigkeit Psychologie und Kunstgeschichte an der St. Johns University. W\u00e4hrend dieses Amerika-Aufenthaltes wurde Arnold Bittlinger in den Stamm der Chippewa-Indianer (Algonkin-Nation) aufgenommen.<\/p>\r\n<p>Nach Europa zur\u00fcckgekehrt, promovierte er <em>summa cum laude<\/em> an der Universit\u00e4t Birmingham zum Doktor der Philosophie mit einer Dissertation \u00fcber den \u00abr\u00f6mischkatholisch-pfingstlichen Dialog und seine \u00f6kumenische Relevanz\u00bb. Die Dissertation erschien 1978 im Peter-Lang-Verlag in Frankfurt am Main unter dem Titel \u00abPapst und Pfingstler\u00bb. Er vervollst\u00e4ndigte seine psychologischen Kenntnisse und Erfahrungen durch zahlreiche Weiterbildungskurse und Seminare (Gruppendynamik, Themenzentrierte Interaktion, Creativity-Training, Bioenergetik, Katatymes Bilderleben, Transaktionsanalyse, Gestalt\u00adtherapie, Psychodrama, Bibliodrama u.\u2009a.). Er begann eine Ausbildung am C.\u2009G. Jung-Institut K\u00fcsnacht\/ZH, machte seine Lehranalyse bei Verena Kast und schloss mit dem Diplom in Analytischer Psychologie ab. Sp\u00e4ter arbeitete er als Dozent im C.\u2009G. Jung-Institut.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Berufliche Laufbahn<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach seinem theologischen Examen wurde Arnold Bittlinger 1952 in seiner Heimatstadt Edenkoben ordiniert, als Vikar in Kaiserslautern und sp\u00e4ter als Pfarrverweser in Speyer eingesetzt. Anschliessend wurde er Leiter der Sch\u00fclermission in Deutschland, die er nach dem Vorbild der englischen Interschool Christian Fellowship aufbaute.<\/p>\r\n<p>Nach seinem zweiten theologischen Examen wurde Arnold Bittlinger 1956 Pfarrer in Ludwigshafen am Rhein mit einem selbstst\u00e4ndigen Pfarrbezirk von ca. 7000 Gemeindegliedern. Dort gr\u00fcndete er eine lebendige Jugendarbeit und zahlreiche Hauskreise (die z.\u2009T. heute noch bestehen). 1959 wurde er zum Leiter des Volksmissionarischen Amtes der Pf\u00e4lzischen Landeskirche berufen.<\/p>\r\n<p>In dieser Funktion reiste er von September bis Dezember 1962 durch die USA zum Studium von Fragen des missionarischen Gemeindeaufbaus. Dabei stiess er auf die Anf\u00e4nge der Charismatischen Erneuerung in lutherischen, episkopalen und reformierten Gemeinden. Ausserdem interessierte er sich f\u00fcr den amerikanischen Weinbau und erwarb das Weindiplom des Kalifornischen Weininstituts.<\/p>\r\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr aus Amerika besch\u00e4ftigte er sich theoretisch und praktisch mit Fragen des charismatischen Gemeindeaufbaus und ver\u00f6ffentlichte zahlreiche Arbeiten zu dieser Thematik. Er hatte n\u00e4mlich in Amerika dazu \u00fcber eine Prophetie den Auftrag erhalten. Dazu schreibt Arnold Bittlinger in seinem Buch <a href=\"https:\/\/metanoia-verlag.ch\/produkt\/oft-auch-gegen-den-strom-bd-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oft auch gegen den Strom<\/a> (Bd. 2, S. 262\u2009ff): \u00abEs stellte sich heraus, dass Frau Kvinge eine prophetische Gabe hatte. Was sie weissagte, schrieb ihr Mann auf. Wir beteten miteinander, und dann begann Frau Kvinge zu reden. Sie weissagte, dass ich den besonderen Auftrag von Gott h\u00e4tte, das neue Wirken des Geistes in Deutschland zu bezeugen. Ich f\u00fchlte mich wie Jona, der ins Meer geworfen wird, um per Fisch in seine Heimat zur\u00fccktransportiert zu werden. Insgeheim hatte ich n\u00e4mlich Ausschau gehalten nach einer geeigneten Stelle in den USA, zum Beispiel als College-Professor, weil ich gerne in den USA bleiben wollte. Damit war es nun nichts \u2013 die Prophetie war messerscharf und ist mir tief in die Seele gedrungen.\u00bb<\/p>\r\n<p>1968 gr\u00fcndete er zusammen mit dem Franziskanerpater Eugen Mederle und dem Baptistenpastor Wilhard Becker das \u00abLebenszentrum f\u00fcr die Einheit der Christen\u00bb in Schloss Craheim bei Schweinfurt und baute dort die 1966 von ihm in Hambach-Pfalz gegr\u00fcndete Oekumenische Akademie weiter aus. Nach seinem Umzug in die Schweiz (1978) wurde die Oekumenische Akademie dem Schweizerischen Diakonie-Verein angegliedert und 1980 vom Weltrat der Kirchen (WCC) als Studienzentrum der Kommission f\u00fcr Weltmission und Evangelisation (CWME) anerkannt. Verbunden damit war die Gr\u00fcndung des <a href=\"https:\/\/metanoia-verlag.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Metanoia-Verlags<\/a> 1990.<\/p>\r\n<p>Anliegen der Oekumenischen Akademie ist die F\u00f6rderung einer oekumenischen Spiritualit\u00e4t, bei der es um die Erprobung von kreativ-charismatischen Alternativen zum b\u00fcrgerlichen Lebensstil geht (mit begleitender und nachfolgender kritischer Reflexion). Hierzu veranstaltete die Oekumenische Akademie Tagungen und Kurse in verschiedenen Tagungsst\u00e4tten und Gemeinden. Die Ver\u00f6ffentlichungen des mit der Oekumenischen Akademie verbundenen Metanoia-Verlags spiegeln das breite Spektrum dieser Aktivit\u00e4ten. Im Rahmen der Oekumenischen Akademie gr\u00fcndete Arnold Bittlinger 1976 zusammen mit einer \u00c4rztin und einer Krankenschwester in M\u00fcnchen ein \u00abHealing Home\u00bb, f\u00fcr das er bis zur \u00dcbernahme durch einen eigenen Tr\u00e4gerkreis (1983) mitverantwortlich war. Nachdem Arnold Bittlinger vierzig Jahre lang die Leitung der Oekumenischen Akademie innehatte, \u00fcbergab er sie 2007 dem Musiker und Theologen Simon Jenny.<\/p>\r\n<p>Vom Juli 1977 bis 1987 wurde Arnold Bittlinger vom Weltrat der Kirchen als Mitarbeiter berufen f\u00fcr Fragen der Evangelisierung und des Gemeindeaufbaus, nachdem er vorher schon als Berater in Sachen charismatischer Erneuerung dort t\u00e4tig war (1968\u20131978). In dieser Funktion als Mitarbeiter unternahm er zahlreiche Forschungsreisen in alle Erdteile und organisierte 1980 eine weltweite Konsultation zum Thema \u00abTowards a Church Renewed and United in the Holy Spirit\u00bb und gab den Berichtband dieser Konsultation heraus.<\/p>\r\n<p>Da es sich beim Oekumenischen Rat um einen Teilzeitauftrag handelte, trat er am 1. Januar 1978 eine Stelle als Pfarrer in der kleinen Weinbaugemeinde Oberhallau im Kanton Schaffhausen an und blieb bis zu seiner Pensionierung 1993. Die Abendmahlsliturgie, welche er eigens f\u00fcr die Kirchgemeinde Oberhallau zusammengestellt hat, ist immer noch in Gebrauch, und auch die auf ihn zur\u00fcckzuf\u00fchrende Einf\u00fchrung einer gesungenen Grossen Doxologie wird bis heute bei jedem Abendmahl praktiziert. Er ist in Oberhallau all die Jahre in \u00e4usserst guter Erinnerung geblieben und war bis zu seinem Tod sehr verbunden mit seiner ehemaligen Kirchgemeinde. Arnold Bittlinger setzte in der Schaffhauser Kirche auch als Synodalpr\u00e4sident wichtige Impulse, deren Wirkung weit \u00fcber den Kanton hinausging.<\/p>\r\n<p>Im Jahre des 700. Jubil\u00e4ums der Schweizerischen Eidgenossenschaft (1991) wurde Arnold Bittlinger B\u00fcrger von Oberhallau und damit Schweizer B\u00fcrger. Von 1984 bis 1993 wirkte er als Seelsorger und Psychotherapeut in der Psychiatrischen Klinik Breitenau in Schaffhausen und als Dozent an der Schule f\u00fcr psychiatrische Krankenpflege.<\/p>\r\n<p>Arnold Bittlinger war neben seinem Engagement f\u00fcr die Oekumenische Akademie als Dozent am C.\u2009G. Jung-Institut K\u00fcsnacht ZH und als Psychotherapeut in eigener Praxis in Schaffhausen und Z\u00fcrich t\u00e4tig. Er hielt ausserdem Vorlesungen, Seminare, Kurse und Vortr\u00e4ge bei der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Tiefenpsychologie, in Akademien und Bildungszentren, im Radio und Fernsehen. Diese Aktivit\u00e4ten fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Publikationen.\u00a0(Ein <a href=\"https:\/\/arnold-bittlinger.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/E40_Bibliografie_Bittlinger_2025_PD.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verzeichnis der Publikationen von Arnold Bittlinger<\/a> (PDF-Datei) ist im Metanoia-Verlag erschienen. Viele der Titel stehen kostenlos zum <a href=\"https:\/\/metanoia-verlag.ch\/downloads-arnold-bittlinger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download<\/a> bereit.)<\/p>\r\n<p><em>Arnold Bittlinger ist am 23. M\u00e4rz 2025 im Weinbauerndorf Berneck\/SG im Alter von 96 Jahren in die ewige Heimat zur\u00fcckgekehrt. Er hinterl\u00e4sst ein bedeutendes Erbe in Theologie und Psychologie, das weiterhin Einfluss auf diese Bereiche haben wird.<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jugendzeit Arnold Georg Bittlinger wurde am 13. Juni 1928 als Sohn des Landesjugendpfarrers Georg Bittlinger und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Jung, in Edenkoben\/Pfalz geboren. Sein Vater war Els\u00e4sser, seine Mutter stammte aus einem pf\u00e4lzischen Weingut. Ein pr\u00e4gendes Kindheitserlebnis war f\u00fcr den 9-j\u00e4hrigen Arnold der miterlebte t\u00f6dliche Unfall seines 11-j\u00e4hrigen Bruders Karl. 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